Fallstudie #001

Vom sicheren Krankenhausjob zur voll ausgelasteten Wahlarztordination

Warum die wichtigste Entscheidung nicht die Gründung war – sondern der richtige Zeitpunkt.

"Soll ich den sicheren Krankenhausjob aufgeben oder noch warten?"

Diese Frage begleitet viele Ärztinnen und Ärzte, die von der eigenen Ordination träumen. Nicht die Finanzierung. Nicht die Einrichtung. Nicht die Website. Sondern die Entscheidung, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Diese Fallstudie erzählt die Geschichte einer Fachärztin für Frauenheilkunde, die diesen Weg über mehrere Jahre konsequent und mit Bedacht gegangen ist.

Die Ausgangssituation

Im Jahr 208 arbeitete die Ärztin 30 Stunden pro Woche im Krankenhaus. Gleichzeitig entstand der Wunsch, eine eigene Wahlarztordination aufzubauen. Als alleinerziehende Mutter war ihr bewusst, dass ein sofortiger Wechsel in die Selbstständigkeit ein erhebliches wirtschaftliches Risiko bedeutete.

Die entscheidende Frage lautete daher nicht: "Wie gründe ich eine Wahlarztordination?", sondern: "Wie kann ich meine wirtschaftliche Sicherheit behalten und trotzdem Schritt für Schritt eine erfolgreiche Ordination aufbauen?"

Die erste Entscheidung

Viele Praxisgründungen beginnen mit einer Kündigung. Hier war der Weg genau umgekehrt. Die erste Wahlarztordination wurde parallel zur Tätigkeit im Krankenhaus aufgebaut. Das Ziel war klar: Nicht möglichst schnell selbstständig zu sein, sondern zunächst zu prüfen, ob die Nachfrage tatsächlich vorhanden ist.

Bereits nach einem Jahr zeigte sich, dass die Entscheidung richtig war. Die Ordination entwickelte sich erfolgreich und die Nachfrage stieg kontinuierlich. Erst jetzt wurde der nächste Schritt überhaupt diskutiert.

Der zweite Schritt

Kurz darauf bot sich die Möglichkeit, zusätzlich eine Wahlarztordination in einem Ärztezentrum zu übernehmen. Eine zweite Ordination bedeutet auf den ersten Blick mehr Aufwand. Auf den zweiten Blick eröffnet sie aber auch neue Chancen.

Gemeinsam wurden verschiedene Szenarien analysiert: Wie entwickeln sich beide Standorte? Wie hoch ist die tatsächliche Nachfrage? Welche Auswirkungen hat dies auf die persönliche Belastung?

Parallel dazu reduzierte die Ärztin ihre Tätigkeit im Krankenhaus Schritt für Schritt. Der Übergang in die Selbstständigkeit erfolgte bewusst langsam und kontrolliert.

Die wichtigste Entscheidung

Der eigentliche Wendepunkt war nicht die zweite Ordination. Es war die Frage: "Wann ist der richtige Zeitpunkt, den sicheren Krankenhausjob endgültig aufzugeben?"

Diese Entscheidungsfindung beruhte nicht auf Bauchgefühl, sondern auf mehreren Jahren realer Erfahrungen. Erst nachdem beide Wahlarztordinationen wirtschaftlich stabil liefen, erfolgte der vollständige Wechsel in die Selbstständigkeit.

Konzentration statt Expansion

Nach intensiver Analyse fiel die Entscheidung, alle Patientinnen an einem langfristig optimalen Standort zusammenzuführen. Rückblickend bezeichnet die Ärztin diese Entscheidung als einen der wichtigsten Meilensteine ihrer beruflichen Entwicklung.

Die Konzentration auf einen Standort vereinfachte die Organisation, stärkte die Marke und schuf die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Das Ergebnis

Heute gehört die Ordination zu den etablierten Wahlarztpraxen ihres Fachgebietes.

  • Seit vier Jahren arbeitet sie an ihrer Kapazitätsgrenze.
  • Rund 1.500 Patientinnen werden heute betreut.
  • Die Zusammenarbeit besteht seit 2018 und dauert bis heute an.

Unsere Rolle

Dieses Projekt entwickelte sich über viele Jahre. Unsere Aufgabe bestand nicht darin, Entscheidungen vorzugeben, sondern gemeinsam Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Dazu gehörten:

  • Die wirtschaftliche Bewertung verschiedener Entwicklungsschritte
  • Die Analyse mehrerer Standortoptionen
  • Die Positionierung der Ordination & digitale Sichtbarkeit
  • Marketing und Patientenkommunikation
  • Kontinuierliche Begleitung unternehmerischer Entscheidungen

Drei Erkenntnisse aus diesem Projekt

1. Sicherheit ist kein Hindhindernis für Erfolg

Die bewusste Entscheidung, den sicheren Arbeitsplatz zunächst beizubehalten, reduzierte das wirtschaftliche Risiko erheblich.

2. Der Standort entscheidet

Die Zusammenführung der Standorte war eine strategische Entscheidung mit langfristiger Wirkung auf die Effizienz.

3. Gute Entscheidungen entstehen selten allein

Ein erfahrener Sparringspartner hilft, Szenarien objektiv abzuwägen und Risiken zu minimieren.

Fazit

Eine erfolgreiche Wahlarztordination entsteht nicht durch Zufall. Sie entsteht durch viele Entscheidungen, die über Jahre hinweg konsequent aufeinander aufbauen.

Beraterkritik & Reflexion

Was hätten wir heute anders gemacht?

Genau diese Frage analysieren wir gemeinsam mit jeder Ärztin und jedem Arzt. Denn nicht jede erfolgreiche Entscheidung war automatisch die optimale Entscheidung. Aus dieser Reflexion ist der VISIBEL Gründungs-Check entstanden – ein strukturierter Einst Einstieg, um Chancen, Risiken und Alternativen objektiv zu bewerten.

Erfahren Sie mehr über den Gründungs-Check →